Die Basisseminare für  Migrationspädagogik

Die  Basisseminare sind  offen für alle Interessierten. In den Basisseminaren werden  in den vier Themenbereiche: Differenz, Gesellschaft, Identität und Handlungsfelder  über 50 verschiedene Themen (Module) der Migrationspädagogik angeboten. Jeder Tag bietet einen praktischen und einen theoretischen Einblick. Über Inputs und Übungen werden verschiedene Module durchlaufen.

Jedes Modul ist dreistündig organisiert. Von der individuellen Verschiedenheit des Menschen ausgehend, wenden sich die Themen gegen nationalistische oder ethnozentrische Denkweisen. Grundlegend ist ein weiter und dynamischer Kulturbegriff ebenso wie ein wechselseitiges Verständnis von Integration.

Die Basisseminare  finden regelmäßig statt. An jedem Tag werden zwei verschiedene Module angeboten( 9.00-12.00 und  13.00-16.00 Uhr) . Die Teilnahme  ist  immer  nur  an einem gesamten Tag möglich (also nicht  an einzelnen Modulen). Eine Übernachtung in der Jubi ist möglich, wenn an den jeweils 2 aufeinanderfolgenden Tagen teilgenommen wird.

Kosten:

Ein Basiseminartag  kostet inklusive Verpflegung 50 € pro Tag (ermäßigt 45 €).
Bei Teilnahme an 2 zusammenhängenden Seminartagen enthält der Teilnahmebeitrag von 100 € (ermäßigt 90 €) auch Übernachtung und Frühstück.

Inhalte

Wir beschäftigen uns dabei in den vier Bereichen Differenz –Gesellschaft – Identität -Handlungsfelder denen 50 Module/ Themen zugeordnet sind,mit folgenden Inhalten:

Im Bereich Differenz steht der Mensch in seiner Individualität, mit seiner Biografie und seiner Wirklichkeit – und ich im Mittelpunkt.

  •  Die Jugendbildungsstät denkt die pädagogische Arbeit mit jungen Menschen (in der Migrationsgesellschaft) vom einzelnen Menschen aus.
  •  Es gibt so viele Wirklichkeiten, wie es Menschen gibt, die sie erfahren und erleben.
  •  Eine biografienorientierte und praktische Auseinandersetzung mit den Wirklichkeiten einer Migrationsgesellschaft, geht der theoretischen Auseinandersetzung voraus.
  •  Differenzlinien beschreiben Erfahrungen, die jene machen, die fremdbestimmt einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden.
  •  Im Themenbereich „Differenz“ bearbeiten wir zahlreiche Inhalte aus derPerspektive Einzelner.

 

Im Bereich Gesellschaft geht es um Gruppen, Strukturen, Prozesse – und ich.

  •  In Gruppen oder Systemen erleben Menschen Differenzen, die ihr Leben prägen. Dies beginnt mit der ersten Begegnung zwischen zwei Menschen.
  • Rassismus ist ein historisch gewachsenes System, verbunden mit organisierten Machtverhältnissen, die eine Reproduktion von Rassismen ermöglichen.
  • Die Auseinandersetzung mit Rassismen und Diskriminierungen ist mehrschichtig und kann wie folgt beobachtet werden: Aus der individuellen Perspektive der Beteiligten und/oder aus einer gesellschaftskritischen Perspektive. Eine Rassismuskritische Migrationspädagogik umfasst die Auseinandersetzung mit beiden Perspektiven und versteht sich dabei als sich positionierende Bildungstheorie.
  •  In diesem Themenbereich betrachten wir Prozesse und Bedingungen, die unsere Gesellschaft prägen und unter welchen unser Zusammenleben gestaltet werden kann.

 

 Identität befasst sich mit Reflexion, Diskurs, Orientierungsmomente – und ich.

  • Die Jugendbildungsstätte hinterfragt Kulturbegriffe im Hinblick auf ihre Wirkungsmacht und Deutungshoheit und dekonstruiert festgefahrene Denkmuster.
  • Zahlreiche Normen und Werte bestimmen unseren Alltag. Sie sind verbunden mit Regeln und Etiketten. Sie können Orientierung und Handlungssicherheit bieten. Sie sind vielschichtig,dynamisch und manchmal auch widersprüchlich.
  • Die Jugendbildungsstätte begleitet junge Menschen auf ihrem Lebensweg mit all ihren Möglichkeiten.
  • Persönlichkeitsentwicklung setzt voraus, dass ein individueller Lebensentwurf mit gesellschaftlichen Normen und Werten in Verbindung steht..
  • Die Auseinandersetzung und der Diskurs um die eigenen persönlichen Normen und Werte braucht geschützte Räume. Die eigenen Lebensentwürfe brauchen pädagogische Anerkennung und Wertschätzung.
  • Im Themenbereich „Identität“ steht die Persönlichkeitsentwicklung im Mittelpunkt – im Spannungsfeld von eigenen Erfahrungen, sozialen Prägungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

In den Handlungsfeldern geht es um Miteinander sprechen und handeln – Gesellschaft gestalten.

  • Normen und Werte sind dynamische Größen und werden immer wieder neu ausgehandelt.
  • Formen und Wege der Kommunikation entscheiden, ob sich Menschen zugehörig fühlen oder nicht. Es ist daher wichtig zu hinterfragen, wer die  über Kommunikationsformen und Sprache bestimmt , und welche Macht damit verbunden ist.
  • Die praktische Rassismuskritische Migrationspädagogik widmet sich einzelnen Arbeitsfeldern mit Kindern und Jugendlichen. Je nach den strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen unterstützt sie Empowerment-Prozesse, fördert Vielfaltsprozesse oder bearbeitet Ausgrenzungssituationen.
  • Verankert in der politischen Jugendbildungsarbeit setzt die Jugendbildungsstätte in ihrem pädagogischen Handeln Freiwilligkeit, Flexibilität, Bereitschaft zur Selbstreflexion und Mitgestaltung voraus.
  • In Anknüpfung an die inhaltlichen Themenbereiche reflektiert die Jugendbildungsstätte konkrete Handlungsfelder einer rassismuskritischen Migrationspädagogik.

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