Wir  wollen, offen für alle, die  sich für  Migrationspädagogik interessieren, eine  Basisausbildung  anbieten. Durch die Teilnahme an den Basisseminaren findet eine  grundlegende Auseinandersetzung  mit verschiedenen Aspekten und Themen der  Migrationspädagogik statt.

Inhaltlich beschäftigen wir uns dabei in den vier Bereichen Differenz –Gesellschaft – Identität -Handlungsfelder mit folgenden Inhalten:

 

  • Im Bereich Differenz steht der Mensch in seiner Individualität, mit seiner Biografie und einer Wirklichkeit – und ich im Mittelpunkt. Die Jugendbildungsstät denkt die pädagogische Arbeit mit jungen Menschen (in der Migrationsgesellschaft) vom einzelnen Menschen aus.  Es gibt so viele Wirklichkeiten, wie es Menschen gibt, die sie erfahren und erleben. Eine biografienorientierte und praktische Auseinandersetzung mit den Wirklichkeiten einer Migrationsgesellschaft, geht der theoretischen Auseinandersetzung voraus. Differenzlinien beschreiben Erfahrungen, die jene machen, die fremdbestimmt einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden. Im Themenbereich „Differenz“ bearbeiten wir zahlreiche Inhalte aus der Perspektive Einzelner.

 

  • Im Bereich Gesellschaft geht es um Gruppen, Strukturen, Prozesse – und ich. In Gruppen oder Systemen erleben Menschen Differenzen, die ihr Leben prägen. Dies beginnt mit der ersten Begegnung zwischen zwei Menschen. Rassismus ist ein historisch gewachsenes System, verbunden mit organisierten Machtverhältnissen, die eine Reproduktion von Rassismen ermöglichen. Die Auseinandersetzung mit Rassismen und Diskriminierungen ist mehrschichtig und kann wie folgt beobachtet werden: Aus der individuellen Perspektive der Beteiligten und/oder aus einer gesellschaftskritischen Perspektive. Eine Rassismuskritische Migrationspädagogik umfasst die Auseinandersetzung mit beiden Perspektiven und versteht sich dabei als sich positionierende Bildungstheorie. In diesem Themenbereich betrachten wir Prozesse und Bedingungen, die unsere Gesellschaft prägen und unter welchen unser Zusammenleben gestaltet werden kann.

 

  • Identität befasst sich mit Reflexion, Diskurs, Orientierungsmomente – und ich. Die Jugendbildungsstätte hinterfragt Kulturbegriffe im Hinblick auf ihre Wirkungsmacht und Deutungshoheit und dekonstruiert festgefahrene Denkmuster. Zahlreiche Normen und Werte bestimmen unseren Alltag. Sie sind verbunden mit Regeln und Etiketten. Sie können Orientierung und Handlungssicherheit bieten. Sie sind vielschichtig, dynamisch und manchmal auch widersprüchlich. Die Jugendbildungsstätte begleitet junge Menschen auf ihrem Lebensweg mit all ihren Möglichkeiten. Persönlichkeitsentwicklung setzt voraus, dass ein individueller Lebensentwurf mit gesellschaftlichen Normen und Werten in Verbindung steht. Die Auseinandersetzung und der Diskurs um die eigenen persönlichen Normen und Werte braucht geschützte Räume. Die eigenen Lebensentwürfe brauchen pädagogische Anerkennung und Wertschätzung. Im Themenbereich „Identität“ steht die Persönlichkeitsentwicklung im Mittelpunkt – im Spannungsfeld von eigenen Erfahrungen, sozialen Prägungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

 

  • In den Handlungsfeldern geht es um Miteinander sprechen und handeln – Gesellschaft gestalten Normen und Werte sind dynamische Größen und werden immer wieder neu ausgehandelt. Formen und Wege der Kommunikation entscheiden, ob sich Menschen zugehörig fühlen oder nicht. Es ist daher wichtig zu hinterfragen, wer die  über Kommunikationsformen und Sprache bestimmt , und welche Macht damit verbunden ist. Die praktische Rassismuskritische Migrationspädagogik widmet sich einzelnen Arbeitsfeldern mit Kindern und Jugendlichen. Je nach den strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen unterstützt sie Empowerment-Prozesse, fördert Vielfaltsprozesse oder bearbeitet Ausgrenzungssituationen. Verankert in der politischen Jugendbildungsarbeit setzt die Jugendbildungsstätte in ihrem pädagogischen Handeln Freiwilligkeit, Flexibilität, Bereitschaft zur Selbstreflexion und Mitgestaltung voraus. In Anknüpfung an die inhaltlichen Themenbereiche reflektiert die Jugendbildungsstätte konkrete Handlungsfelder einer rassismuskritischen Migrationspädagogik.

 

Im Jubi-Pass werden die  Module, an denen der/die  Teilnehmer*in bereits  teilgenommen hat, „gestempelt“ . So hat jede/r „Jubi-Pass –Inhaber*in“ immer den Überblick, an welchen Modulen/ Themenbereichen bereits  teilgenommen wurde.

Wer mindestens 5 Module  in  den 4  Bereichen belegt hat, ( also insgesamt  20 Module)  kann sich nach einem  „Zertifizierungsgespräch“ in der Jubi die “Basisausbildung  Migrationspädagogik“ bestätigen lassen, in Form eines Zertifikates.

Für die  Basisausbildung  gibt es keinen bestimmten zeitlichen Rahmen. Es ist jederzeit  möglich, über die  Seminare in der Jubi, in denen ihr immer einen „Jubi-pass“ erhalten könnt, in die  Basisausbildung einzusteigen.

Übrigens können die  Stempel bei allen anderen Seminaren, die  in der Jubi angeboten werden,  erworben werden.