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Die Impuls-Module thematisieren jeweils einzelne Aspekte von Vielfalt und Begegnung und beziehen sich auf die Qualifizierung von Fachkräften und Ehrenamtlichen der Jugendarbeit.

Dauer: 3 Stunden, Kostenfrei (ab 6 Personen)

 

Praxis-Impuls Kultur(en)

Mit Menschen aus anderen Ländern werden oft sofort andere Kulturen verbunden. Kulturen scheinen uns zu erklären, wie die Menschen ticken und warum sie so und nicht anders handeln. Daran ist einiges richtig und vieles gefährlich falsch. Von der breiten Öffentlichkeit kaum  wahrgenommen, hat es in der Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten eine radikale Neuinterpretation der Begriffe Kultur und Identität gegeben. So geht man heute davon aus, dass jede*r von mehreren Kulturen geprägt wird. Menschen in eine kulturelle Schublade zu stecken wird nämlich der Realität nicht gerecht und macht die internationale Begegnung auch nicht einfacher. Aber woran kann man sich denn nun orientieren? Welche Rolle spielen kulturelle Orientierungen in der Jugendarbeit und wie kann ich mit Unterschieden umgehen? Was tun, wenn mich Verhalten befremdet oder wenn ich das Gefühl habe, missverstanden zu werden? Wie kann ich innerhalb einer Gruppe mit verschiedenen Werten oder Vorstellungen umgehen?

 

Der Praxis-Impuls hilft ihnen die Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern dieser Welt konstruktiv und gewinnbringend zu gestalten. Denn diese Begegnungen können sich von Herausforderungen auch in Bereicherungen verwandeln, je nachdem, wie man mit ihnen umgeht. Sie erhalten Ansätze, Tipps und praktische Hilfen aus der Erfahrung unserer langjährigen internationalen Begegnungsarbeit mit Jugendlichen. Zudem lernen sie praktische Methoden kennen, die sie für ihre Jugendarbeit mit geflüchteten Jugendlichen einsetzen können.

 

Praxis-Impuls Verständigung

Sprachbarrieren werden am häufigsten als Herausforderung in der Arbeit mit geflüchteten Jugendlichen genannt. Ohne eine gemeinsame Sprache fühlen wir uns hilflos, die Begegnung kommt ins Stocken und Miss- und Unverständnisse  kommen auf. Können wir aufeinander zugehen, wenn wir uns nicht verstehen? Können wir miteinander leben und voneinander lernen, wenn wir uns nicht verständigen können? Manchmal scheitert die Begegnung schon am Einladungsflyer, der nicht ins Arabische oder Paschto übersetzt werden kann. Wie können wir der Sprachlosigkeit begegnen? Wie können wir gegenseitiges Verständnis und Verständigung schaffen? Welche Möglichkeiten, Hilfen und Tricks gibt es, um mit wenig, viel auszudrücken? Welche anderen Kommunikationskanäle des Menschen können uns helfen, wenn die Sprache versagt?  Welche Rolle kann z.B. der visuellen Kommunikation, der Körpersprache oder etwa der Sprachmelodie zukommen?

 

Der Praxis-Impuls möchte ermutigen die Herausforderung verschiedener Sprachen anzunehmen und als ein faszinierendes Lernfeld der menschlichen Verständigungsmöglichkeiten zu begreifen. Aus unserer langjährigen Erfahrung  der internationalen Jugendarbeit zeigen wir ihnen Möglichkeiten mit Sprachvielfalt konstruktiv und gewinnbringend umzugehen. Wir zeigen ihnen Ansätze und Methoden, wie gemeinsames Sprachenlernen Spaß machen kann, wie sie nonverbal arbeiten können und schließlich in Jugendgruppen und Jugendbegegnungen eine gemeinsame Sprache (er-)finden können. Dazu bringen wir ihnen natürlich auch praktische Tipps und Methoden mit. Keine Sorge, Verständigung ist möglich! Sie setzt aber ein Wollen und manchmal auch ein neu denken von Kommunikation voraus!

 

Praxis-Impuls Religionen

Religionen sind sehr wichtige kulturelle Orientierungssysteme, die den Gläubigen Kraft, Halt und Verhaltenssicherheit geben. Religionen haben Regeln, Gesetze, Handlungsanweisungen und eigene Rituale und Traditionen, die je nach Gläubigem in unterschiedlicher Art und Weise im Alltag und in der Begegnung präsent sind. In der Jugendarbeit begegnen sie uns beim Grillabend, beim Sport, beim Feiern von Festen und in der gemeinsamen Zeitplanung. Religiöse Bedürfnisse zu missachten kann mitunter zu schweren Verletzungen oder Konflikten führen. Gerade in einer Gesellschaft, die sich selbst als säkularisiert wahrnimmt, lösen religiöse Bedürfnisse und öffentliche Bekenntnisse Unverständnis und Widerstände aus. Medienbilder haben uns vielleicht verunsichert und verängstig. Oft fehlt es auch an Wissen über z.B. den Islam und die Vielfalt der muslimischen Glaubenspraxis.

Der Praxis-Impuls möchte die Religionsvielfalt in der Jugendarbeit als wichtiges Lernfeld aufzeigen. Dabei gilt es auf der einen Seite die Vielfalt anzuerkennen und auf der anderen Seite miteinander in dieser religiösen Vielfalt leben zu lernen. Wir haben da Erfahrung! Seit Jahren betreuen wir Jugendliche, die sich als christlich, muslimisch, hinduistisch, buddhistisch oder jüdisch bezeichnen. Wir zeigen ihnen die verblüffende Vielfalt von Glaubensrealitäten hinter den Schubladen der einzelnen Religionsgruppen. Wir vermitteln Methoden und Handwerkszeug, um pädagogisch über Werte und Glauben ins Gespräch zu kommen und diskutieren mit ihnen den praktischen Umgang mit religiöser Vielfalt in der Jugendgruppe.

 

Praxis-Impuls Integration

Dabei sein ist alles! Aber wie kann gesellschaftliche und soziale Teilhabe von geflüchteten Jugendlichen in der Praxis realisiert und unterstützt werden? Was braucht denn ein junger Mensch, wenn er hier ankommt? Welche Möglichkeiten hat er, welche nicht? Welche Fragen beschäftigen ihn? Wo ist Hilfe angesagt und wo vielleicht auch nicht? Unsere Jugendarbeit kann positive Rahmenbedingungen für ein Ankommen in der Gesellschaft schaffen. Vereine, Verbände und Jugendeinrichtungen haben Wege gefunden, geflüchtete Jugendliche willkommen zu heißen, zu begleiten und in das gesellschaftliche Leben aktiv einzubinden. Der Praxis-Impuls möchte diese Erfahrungen aufgreifen und für die Jugendarbeit nutzbar machen.

 

Oft braucht es weniger als gedacht, um junge Menschen mit Fluchterfahrung in unsere tägliche Jugendarbeit einzubinden. Denn zuerst sind junge Flüchtlinge vor allem eins – Jugendliche! Der Praxis-Impuls vermittelt ganz praktische Ideen und Ansätze: Wie kann die Stadt, die Region, das Land für die Geflüchteten erschlossen werden. Wie kann sich der Verband, Verein, Jugendclub  für Geflüchtete öffnen? Wie kann Integration lehrreich für alle sein und gleichzeitig Spaß machen? Welche Übungen bringen junge Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen? Welche Rolle können Videokamera und Musik bei spielen? Wie können wir Barrieren abbauen und als Jugendarbeit ganz praktisch Zugänge in unsere Gesellschaft schaffen? Wir bieten Ansätze, Hilfen und Methoden für die Praxis. Ideal für alle, die junge Geflüchtete als Teil ihrer Jugendarbeit begreifen möchten!


Buchung

Die Buchung der dreistündigen Module ist für Gruppen von Fachkräften der Jugendarbeit bzw. Ehrenamtlichen aus der Arbeit mit geflüchten Jugendlichen aus Unterfranken ab 6 Personen möglich. Ort der Seminare ist die Jugendbildungsstätte. Auf Anfrage sind auch andere Seminarorte in Unterfranken möglich. Bitte beachten Sie, dass wir davon ausgehen, dass sie bei Buchungen außerhalb der Jugendbildungsstätte Raum und ggf. Verpflegung und Übernachtung für die Teilnehmer_innen selbst zur Verfügung stellen.

 

Anfragen bitte an:

tel:      0931-730 410-34

email:  goetz.kolle@jubi-unterfranken.de

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Flyer Qualifizierungen 2017