#freiheit2017

1. Workshop

Tupoka Ogette &
Stephen Lawson

exit RACISM - Rassismuskritisch denken lernen.

Basierend auf dem Impulsvortrag geben Tupoka Ogette und Stephen Lawson eine Einführung in eine selbstkritische Auseinandersetzung mit Rassismus. Die Teilnehmenden werden auf eine rassismuskritische Reise mitgenommen, in deren Verlauf sie nicht nur konkretes Wissen über Rassismus und dessen Wirkungsweisen erhalten, sondern auch Unterstützung in der emotionalen Auseinandersetzung, eigene Rassismen zu erkennen und abzubauen.

Einblick

2. Workshop

Louisa Artmann, Katharina Fehrs, Nazir Miari, Assef Mustafa
in Kooperation mit Fluchtperspektive

Ungehörtes an den Grenzen der Freiheit (Planspiel)

Auf der Flucht sein. Was bedeutet es, alles hinter sich zu lassen? Warum flüchten Menschen überhaupt? Wie kommt man ohne Visum von Syrien oder Afghanistan nach Deutschland? Welche Herausforderung stellt der Verlust der Sprache dar? Und: was passiert, sobald man in Deutschland „angekommen“ ist?

Das Seminar gliedert sich in die Durchführung des Planspiels und eine  anschließende Aufarbeitung. Im interaktiven Planspiel durchleben die Teilnehmer*innen zunächst in verschiedenen Rollen einzelne Situationen mit denen sich Menschen auf der Flucht und nach der Ankunft konfrontiert sehen. Auf Grundlage des Erlebten erfolgt im Anschluss an das Planspiel eine differenzierte, emotionale und juristische Reflexion.

3. Workshop

Hamado Dipama

Die Freiheit erstreiten, den Mund aufzumachen

Struktureller Rassismus – Strukturen gegen Rassismus

Wie äußert sich Rassismus im Alltag?
Das beginnt bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Meiner Erfahrung nach ist es die Ausnahme, in einer Arbeitswoche zwei Tage am Stück ohne rassistische Anfeindungen nach Hause zu kommen. „Wann gehst du denn endlich zurück, wo du herkommst?“ ist da noch das Netteste was ich in der U-Bahn zu hören bekomme. Auch das N-Wort ist bei den Beleidigungen dabei. Oftmals ist die Ausgrenzung jedoch unterschwelliger. Zum Beispiel bei der Wohnungssuche. Gerade in München ist der Markt äußerst unübersichtlich, aber für Afro-Deutsche ist es ein besonders harter Kampf. Das habe ich selbst erlebt. Es tut weh. Ich arbeite hier, ich bezahle Steuern wie jeder andere. Trotzdem bekomme ich nur sehr schwer eine Wohnung. (Zitat v. Dipama, Stern-Interview 2015)

Gemeinsam mit Stefan Lutz-Simon (Leiter der Jugendbildungsstätte Unterfranken) werden strukturelle und institutionalisierte Rassismen beleuchtet, gleichzeitig aber auch Initiativen und Strukturen gegen Rassismus vorgestellt. Z.B. das Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern e.V.

4. Workshop

Sebastian Zollner
(LK Bayern, SOR-SMC)

Die Freiheit hassen zu dürfen

Denken Sie jetzt bitte auf keinen Fall an einen pinken Elefanten!

Sie haben es trotzdem gemacht und Ihren Gedanken baut sich trotz meiner Bitte ein pinkgefärbter Dickhäuter auf? Dann heiße ich Sie herzlich  im Workshop zu Hate Speech – Die Freiheit hassen zu dürfen willkommen, denn wir stecken bereits mittendrin.

Hate Speech, auf Deutsch Hassrede, steht seit einiger Zeit im Fokus politischer und gesellschaftlicher Debatten. Gleichzeitig ist der Hassdiskurs eng mit dem Grundrecht der Meinungsfreiheit verknüpft. Im Workshop versuchen wir gemeinsam Erscheinungsformen, Funktionen und Wirkungen aktueller Hassrede im Internet – aber auch in der Offline-Welt – zu erkennen, zu dekodieren und zu analysieren. Dabei lernen wir die „Macht der Sprache“ kritisch zu reflektieren, um damit auch die Reflexion des eigenen Sprechens anzuregen.

5. Workshop

Jürgen Schlicher

Sprechen können, schweigen müssen

Menschen werden nicht als Rassisten geboren, sie werden dazu gemacht. Alles, was erlernt werden kann, kann auch verlernt werden.
(Jane Elliott)

Jürgen Schlicher berichtet über seine Erfahrung aus seinen Nicht-Diskriminierungs Workshops und den Erkenntnissen, die für die pädagogische Praxis daraus abgeleitet werden können.

6. Workshop

Referent*in des Beratungsnetzwerks (t.b.a)

Wider die Freiheit!

Zentrale Aufgabenstellung der LKS ist eine aktive Vermittlungs- und Unterstützungsarbeit zur Ausweitung und Verstetigung der Auseinandersetzung mit den Themenbereichen Rechtsextremismus, Rassismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) in Bayern.

Genauere Workshop-Beschreibung folgt in Kürze!

7. Workshop

Austen P. Brandt
(Phoenix e.V.)

Um die Freiheit wissen

Bei der Bildung antirassistischer Strategien ist es notwendig, dass Weiße sich ebenfalls als Betroffene im System des Rassismus erkennen.
– Philosophie von Phoenix e.V.

Im Prozess der Bildung antirassistischer Strategien und einer antirassistischen Lebensweise ist es unserer Meinung nach notwendig, dass Weiße sich ebenfalls als Betroffene im System des Rassismus erkennen und neue Formen des Lebens und Handelns im antirassistischen Zusammenhang entwickeln. Dazu gehört es, dass sie bereit sind, sich mit schwarzen Rassismuserfahrungen und -analysen auseinanderzusetzen und analoge Schritte der Reflexion, der Bewältigung und Aktion zu gehen. In unseren Trainings halten wir Weiße analog zu den Fragen der Critical Whiteness Studies an, sich ihrer Rolle im System des Rassismus bewusst zu werden.

Mit unseren Trainings möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass der Rassismus aus der Tabuzone befreit wird und dass Weiße eine realistische Dimension ihm gegenüber gewinnen. Wir möchten weggehen von der Ebene der Schuld und des individuellen Versagens und stattdessen eine Ebene von weißer Verantwortung und interkulturellem Miteinander erschließen.

8. Workshop

Nils Oskamp
(Zeichner)

Bildstark gegen Rassismus (Lesung & Werkstattgespräch)

Ich sagte meine Meinung gegen Nazis, das hätte mich fast umgebracht.
Nils Oskamp

Nils Oskamp erzählt in seiner autobiografischen Graphic Novel „Drei Steine“ die Geschichte seiner Jugend in den 1980er Jahren in Dortmund-Dorstfeld, wo er Opfer rechter Gewalt wurde. Er dokumentiert, wie die damaligen rechtsradikalen Jugendlichen fast unbestraft davonkommen und es bis in die Politik schaffen.

Als ein Mitschüler in der Schulklasse den Holocaust verleugnet und weitere Nazi-Parolen propagiert, lehnt sich Nils Oskamp dagegen auf und sagt seine Meinung. Dadurch macht er sich zur Zielscheibe der Neonazis. Es beginnt ein Kampf um das nackte Überleben. Nils Oskamp zeigt in eindringlichen Bildern, wie die Lehrer und die Polizei die Bedrohung nicht ernst nehmen und auch die Familie die Gefahr nicht erkennt. Mehrfach wird er von Neonazis krankenhausreif geschlagen. Die Spirale der Gewalt eskaliert und gipfelt in zwei Mordanschlägen. Die jugendlichen Schläger der Neonazis wurden von „Alten Kameraden“ angeworben und indoktriniert. Diese Seilschaften sind weiterhin aktiv und machen mit dem rechtsextremen Terror, den sie verbreiten, heute noch Schlagzeilen.

Einblick

9. Workshop

Götz Kolle

Nicht schweigen, wenn Rassismus spricht

Argumentationstrainings sind heute bitter nötig! Rechtspopulistische Äußerungen und Narrative durchdringen Alltag und Gesellschaft. Sprüche, Parolen, Vereinfachte und gefährlich verkürzte Argumentationen werten andere Menschen oder Menschengruppen ab. Hass und Angst wird geschürt, Gewalt und Diskriminierung folgen.

Was können Argumentationstrainings dem Rassismus der Extremen, aber besonders auch dem der Mitte der Gesellschaft entgegensetzen? Mit welchen Mitteln kann eine persönliche Haltung und angemessene Sprache zu gefunden werden, um nicht mehr stumm zu sein, wenn Menschen und Menschenwürde durch Sprüche & Parolen verletzt werden? Welche Argumentationsmöglichkeiten und -Strategien stehen zur Verfügung? Was lösen sie aus? Wie kann man sie trainieren?

Der Workshop vermittelt Erfahrungen zu Konzeption, Aufbau und Methodik von Argumentationstrainings. Teilnehmer*innen die selber Erfahrungen gesammelt haben, sind eingeladen diese zu Teilen und untereinander auszutauschen.